ExoHeal, ein Startup aus dem Umfeld der Constructor University in Bremen, entwickelt einen KI-gesteuerten Roboterhandschuh für die Rehabilitation nach Handlähmung. Das Team gehört zur aktuellen Kohorte des Constructor-Start-Akzelerators; im Finale am 22. September auf dem Campus winken 100.000 US-Dollar ohne Abgabe von Firmenanteilen. Für Investoren ist das ein früher Einstiegspunkt in ein Segment, in dem bezahlbare Reha-Technik knapp ist. Die Angaben stammen von der Constructor University und sind aus dem Englischen übersetzt.
Hinter ExoHeal stehen die Studenten Zain Samdani (Robotik und intelligente Systeme) und Ramin Udash (Informatik). Samdani entwickelte die Idee nach Angaben der Hochschule mit 16 Jahren, nachdem er einen entfernten Onkel getroffen hatte, der nach einem Schlaganfall teilweise gelähmt war. Hochentwickelte Behandlungen gebe es, sie seien aber für die meisten zu teuer. Das Team besteht nach Hochschulangaben aus sechs Mitgliedern.
Der Handschuh funktioniert als Exoskelett, also als tragbare Stützstruktur: Er spiegelt die Bewegung der gesunden Hand, einzelne Finger lassen sich getrennt trainieren. Eine begleitende App überwacht die von Ärzten verordneten Trainingspläne, schlägt Übungen vor und verbindet Patienten mit ihren Behandelnden.
Preise und Evidenz
ExoHeal gewann 2022 den Imagine Cup von Microsoft, dessen Preis laut Hochschule 100.000 US-Dollar sowie Azure-Guthaben umfasste, und wurde nach Angaben der Constructor University auch bei Samsungs Wettbewerb Solve for Tomorrow ausgezeichnet sowie von Forbes und TechCrunch vorgestellt. Frühe Tests zeigten laut Team, dass die Genesung bei etwa jedem dritten Nutzer schneller verlief. Das ist ein Hinweis aus kleinen Versuchen, kein klinischer Wirksamkeitsnachweis.
Service:
- Online-Demo-Day des Constructor-Start-Akzelerators: 3. Juli
- Finale: 22. September, Campus der Constructor University, Bremen
- Preis: 100.000 US-Dollar eigenkapitalfreie Finanzierung
- Informationen: Constructor University
Einordnung: Die Preise belegen Aufmerksamkeit, nicht Marktreife; entscheidend sind klinische Daten und der Weg ins Medizinprodukterecht. Gelingt beides, trifft ExoHeal auf einen realen Bedarf an bezahlbarer Reha nach Schlaganfall, doch Studienergebnisse und ein Zulassungsplan stehen bisher aus.











