Seit Juni 2026 ist Medizinische-Tests.de online, eine Vergleichsplattform für medizinische Selbsttests und Direct-to-Consumer-Labordiagnostik im deutschsprachigen Raum. Zum Start lassen sich laut Betreibern mehr als 100 Tests von rund 15 Anbietern nach Testbereich, Biomarkern, Probenart und Preis vergleichen; auch regionale Direktlabore erscheinen in derselben Übersicht. Die Nutzung ist kostenlos. Alle Angaben stammen aus einer Selbstdarstellung der Betreiber, die das Portal healthcare-startups.de am 18. Juni 2026 veröffentlichte; wir konnten sie nicht unabhängig prüfen.
Den Anlass beschreiben die Betreiber mit einem Preisbeispiel: Ein Herz-Kreislauf-Risiko-Test koste bei nahezu identischem Leistungsumfang je nach Anbieter zwischen rund 60 und 180 Euro. Wer als Selbstzahler einen Bluttest bestellen wolle, stehe vor Dutzenden Anbietern mit unterschiedlichen Paketen. Diese Intransparenz in einem stark wachsenden Selbstzahlermarkt sei der Ausgangspunkt der Gründung gewesen.
Wer dahintersteht
Betrieben wird die Seite von der Smare Banse Mühl GbR aus Grafschaft in Rheinland-Pfalz, einem nach eigenen Angaben kleinen, eigenfinanzierten Team. Es betreibt auch das Rechnerportal smart-rechner.de, das laut Betreibern über 30 Millionen Nutzerinnen und Nutzer im Jahr erreicht. Michael Mühl nennt Medizinische-Tests.de die einzige Plattform, die Selbsttests und regionale Direktlabore in einer Übersicht gegenüberstellt; belegt ist das nicht.
Technisch ist die Plattform eine Eigenentwicklung, die für jeden Test Probenart, Biomarker, Auswertung und Preis-Leistung ausweist. Weil sich Preise und Untersuchungsumfänge laufend ändern, gleichen die Betreiber die Anbieterdaten KI-gestützt ab; Einordnung und Bewertung sollen nach ihren Angaben redaktionell bleiben. Finanziert wird die Seite über Vermittlungsprovisionen, die laut Betreibern strikt von Reihung und Bewertung getrennt sind. Der Ausbau um weitere Anbieter, Tests und regionale Labore laufe. Zur Bewertungsmethodik im Detail und zu Nutzerzahlen der neuen Seite nennt die Quelle nichts.
Einordnung
Der Selbstzahlermarkt für Labortests wächst abseits der Regelversorgung, und ein Preisvergleich ist dort naheliegend. Kritisch bleibt das Provisionsmodell: Wer von Vermittlung lebt, muss Neutralität belegen, und ein Preisvergleich ersetzt keine ärztliche Einordnung der Ergebnisse. Ob die Aufstellung vollständig und aktuell bleibt, entscheidet über den Nutzen für Verbraucher.











