Sinalis, ein Health-AI-Startup aus München, entwickelt KI-Telefonassistenten für Arztpraxen, Medizinische Versorgungszentren (MVZ) und Kliniken. Das System nimmt eingehende Anrufe an und ruft Patientinnen und Patienten auch selbst an, etwa für Rückrufe, Terminerinnerungen und Vorsorgekampagnen. Das berichtet das Portal healthcare-startups.de am 16. Juni 2026 nach Angaben des Unternehmens; die Lösung befinde sich in der Umsetzung mit ersten Kunden und Pilotpartnern. Unabhängig geprüft sind die Angaben nicht.
Entstanden ist Sinalis laut Unternehmen bei einem Hackathon in München und wurde danach weiterentwickelt. Technisch kombiniert es Sprach-KI, generative KI, strukturierte Gesprächsführung, medizinisch-organisatorische Abläufe und integrationsfähige Prozesse. Der KI-Telefonagent kommuniziert nach klar definierten Abläufen.
Ausgehende Anrufe als Unterscheidungsmerkmal
Viele Telefonassistenten im Gesundheitswesen konzentrieren sich nach Darstellung von Sinalis vor allem auf eingehende Anrufe und die Entlastung des Praxistelefons. Sinalis setzt zusätzlich einen Schwerpunkt auf strukturierte ausgehende Anrufe: Praxen sollen Patientengruppen gezielt aktiv ansprechen können. Genannte Einsatzfälle sind Vorsorge- und Impfkampagnen, Recall-Systeme (das Zurückholen von Patienten zu Terminen), Erinnerungen im Disease-Management-Programm (DMP), Kontrolltermine, Nachsorgeanrufe, Medikamentenwechsel und die Aktivierung von Terminen aus dem Bestandspatientenstamm.
Das Geschäftsmodell ist Software as a Service (SaaS) für Arztpraxen, MVZ, Facharztzentren und Kliniken mit monatlichen Paketen, die sich nach Funktionsumfang, Minutenvolumen und eingesetzten Modulen richten. Preise nennt die Quelle nicht. Langfristig soll Sinalis eine zentrale Plattform für KI-gestützte Patientenkommunikation werden, die Telefonie, strukturierte Dokumentation, Terminprozesse und proaktive Patientenansprache verbindet.
Einordnung
Der Markt für KI-Telefonie in Praxen ist umkämpft; Annahme von Eingangsanrufen allein ist kaum ein Alleinstellungsmerkmal. Aktive Recall- und Vorsorgekontakte könnten für Praxen einen messbaren Nutzen haben, setzen aber voraus, dass Anbindung an die Praxissoftware, Datenschutz und die Akzeptanz automatisierter Anrufe bei Patienten im Alltag halten. Belege dafür liefert die Quelle bisher nicht.











