Fünf Jahre nach Einführung der digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA, „Apps auf Rezept“) wächst die Versorgung weiter deutlich. Das zeigt der dritte DiGA-Report des Spitzenverbands Digitale Gesundheitsversorgung (SVDGV), dem Verband der Hersteller. Demnach lösten gesetzlich Versicherte 2025 rund 690.000 Freischaltcodes ein, 64 Prozent mehr als im Vorjahr. Seit dem Start im Oktober 2020 bis Ende Dezember 2025 sind es rund 1,6 Millionen Codes. Rechnet der Verband die Zeit bis zur Veröffentlichung hinzu, wurden über 1,7 Millionen Mal Patientinnen und Patienten mit digitalen Therapien versorgt.
Der Verband liest daraus, dass sich DiGA als dritte Säule neben ambulanter und stationärer Versorgung etabliert haben. Gegenüber den vier Vorjahren, für die der Report insgesamt 861.000 eingelöste Codes nennt, habe sich die Zahl im Jahr 2025 erneut nahezu verdoppelt.
Zum Stichtag 31. Dezember 2025 waren im Verzeichnis des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) 58 DiGA gelistet, verteilt auf zwölf Kategorien. 48 davon sind dauerhaft aufgenommen, zehn vorläufig. Von 50 zunächst vorläufig gelisteten Anwendungen schlossen 34 ihr Erprobungsjahr erfolgreich ab und erreichten die dauerhafte Listung, knapp 70 Prozent. Die Psychologie dominiert mit 30 Anwendungen, es folgen Muskel-Skelett-Erkrankungen (7) und Stoffwechsel und Hormone (6).
Der Report benennt auch Hürden. Die manuelle Prüfung bis zur Freischaltung dauere im Schnitt rund 14 Tage. Bei den E-Rezept-Pilotprojekten sei nur in 12,6 Prozent der Fälle eine vollständig digitale Einlösung gelungen; frühere Werte lagen laut Verband bei 50 bis 70 Prozent. Rund 77 Prozent der Nutzer sind Frauen, die größte Altersgruppe sind die 50- bis 64-Jährigen mit 40 Prozent.
Einordnung
Die Zahlen stammen vom Verband der Hersteller und sind entsprechend eine Interessenvertretung; sie sagen nichts über Nutzen oder Kosten für die Kassen aus. Gerade dort entsteht der Konflikt um Preise und Nachweise, den die Branche in den nächsten Jahren austragen wird. Für Gründer ist die Botschaft dennoch klar: Der Markt wächst zweistellig, aber er konzentriert sich auf wenige Indikationen, vor allem die Psychologie, und der Weg über die vorläufige Listung ist nicht garantiert.











