Ionis Pharmaceuticals und der japanische Partner Otsuka melden, dass Ulefnersen in der Phase-3-Studie FUSION den primären Endpunkt bei FUS-ALS erreicht hat. FUS-ALS ist eine seltene, genetisch bedingte Form der amyotrophen Lateralsklerose (ALS), ausgelöst durch Mutationen im FUS-Gen. Die Angaben stammen aus den Unternehmensmitteilungen vom 22. September 2026 und sind übersetzt.
In der Studie erhielten 73 Teilnehmende Ulefnersen oder Placebo per Injektion in den Rückenmarkskanal (intrathekal). Ausgewertet wurde über 72 Wochen in einer kombinierten Rangauswertung aus der Funktionsskala ALSFRS-R, der Zeit bis zu einer Rettungsbehandlung wegen Krankheitsprogression und dem beatmungsfreien Überleben. Der Unterschied zu Placebo war statistisch signifikant (p=0,0005).
Auch bei sekundären Endpunkten zeigten sich laut Unternehmen signifikante Verbesserungen, darunter beim Nervenschadensmarker Neurofilament-Leichtkette im Serum, bei der Zeit bis zu Tod oder dauerhafter Beatmung, bei der Atemfunktion (langsame Vitalkapazität) und bei der Muskelkraft. Die Nebenwirkungen waren überwiegend leicht bis mäßig, das Sicherheitsprofil wird als günstig beschrieben.
Ulefnersen ist ein Antisense-Oligonukleotid: ein kurzer, künstlicher RNA-Strang, der gezielt in die Bildung des defekten FUS-Proteins eingreifen soll. Otsuka ist seit 2024 Lizenzpartner von Ionis.
Seltene Erkrankung, hoher Bedarf
FUS-ALS macht etwa 0,6 Prozent aller ALS-Fälle aus, bei Kindern und Jugendlichen mit ALS aber 43 bis 52 Prozent. Frühe Verläufe können innerhalb von ein bis zwei Jahren nach Symptombeginn zu Atemversagen führen. Bislang ist keine Therapie zugelassen, die gezielt an der genetischen Ursache ansetzt. Ulefnersen hat von der US-Zulassungsbehörde FDA den Fast-Track- und den Orphan-Status erhalten.
Otsuka und Ionis wollen umgehend mit den Behörden über beschleunigte Einreichungswege sprechen. Detaillierte Daten sollen auf Fachkongressen vorgestellt und zur Veröffentlichung in einer Fachzeitschrift eingereicht werden.
Einordnung: Mit 73 Teilnehmenden ist die Studie klein, wie bei seltenen Erkrankungen üblich. Die Ergebnisse sind Unternehmensangaben und noch nicht begutachtet; ob sie für eine Zulassung genügen, entscheiden die Behörden. Für Betroffene mit FUS-ALS wäre es die erste Option, die an der Ursache der Erkrankung ansetzt.











