Waltz Health und Fresenius Kabi haben ein Direct-to-Employer-Programm angekündigt: Arbeitgeber, Kostenträger (Payer) und PBMs können drei Fresenius-Kabi-Biosimilars direkt beziehen, ohne den üblichen Weg über Zwischenhändler (Waltz Health, Pressemitteilung, 29.09.2026, übersetzt). PBM steht für Pharmacy Benefit Manager, im Deutschen etwa Verwalter von Arzneimittelleistungen, die in den USA Erstattung und Preise für Versicherer und Arbeitgeber aushandeln. Biosimilars sind Nachahmerpräparate biologisch hergestellter Arzneimittel.
Zum Start nennt die Mitteilung adalimumab-aacf (Idacio®), OTULFI® (ustekinumab-aauz) und TYENNE® (tocilizumab-aazg) (Waltz Health, Pressemitteilung, 29.09.2026, übersetzt). Die Zuordnung der Produkte zum Fresenius-Kabi-Portfolio geben auch die Produktseiten des Herstellers an, die adalimumab-aacf, OTULFI® und TYENNE® als Biosimilars führen (Fresenius Kabi, Produktseiten, übersetzt).
Vermittlung und Vertragsabwicklung sollen über die Plattform Waltz Connect laufen. Rezepte werden laut Ankündigung von einer dedizierten Specialty Pharmacy, einer spezialisierten Apotheke für komplexe und teure Arzneimittel, von EVERSANA erfüllt und direkt an die Patientinnen und Patienten geliefert (Waltz Health, Pressemitteilung, 29.09.2026, übersetzt). Listenpreise nennt die Mitteilung nicht; Waltz beschreibt das Modell als „transparent pricing model“, also transparentes Preismodell, mit definiertem Preis pro Einheit (ebd.).
Operativ stellt das Direktmodell mehrere Anforderungen: Integration in Formular- und Leistungsdesigns, Vorabgenehmigungen (Prior Authorization), Anbindung an Specialty-Pharmacy-Systeme, temperaturgeführte Logistik für Biologika und Begleitprogramme für Patienten. Waltz Connect setzt dabei auf vertraglich festgelegte Preise statt auf rabattgetriebene Mechanismen und auf die Infrastruktur eines Specialty-Pharmacy-Anbieters (Waltz Health, Pressemitteilung, 29.09.2026, übersetzt).
Für Arbeitgeber und Benefit-Manager eröffnet das Modell eine direkte Verhandlungsoption gegenüber Herstellern und potenziell besser planbare Einheitskosten. Zugleich braucht die Umsetzung Ressourcen für Vertragsgestaltung, IT-Integration und klinische Unterstützung. Die Fachpublikation Pharmaceutical Commerce ordnet die Ankündigung unter der Frage ein, warum Waltz Health und Fresenius Kabi Biosimilars den direkten Weg gehen lassen (Pharmaceutical Commerce, 29.09.2026, übersetzt).
Service: Ankündigung am 29.09.2026, Geltungsgebiet USA. Produkte: adalimumab-aacf (Idacio®), OTULFI® (ustekinumab-aauz), TYENNE® (tocilizumab-aazg). Fulfillment über eine dedizierte EVERSANA-Specialty-Pharmacy. Listenpreise wurden nicht veröffentlicht. Weiterführend (englisch): Pharmaceutical Commerce, Fierce Healthcare.
Einordnung: Die Partnerschaft testet, ob herstellernahe Direktkanäle und digitale Plattformen planbare, transparente Versorgungswege für teure Biologika schaffen. Entscheidend für die Breitenwirkung sind die Integration in Leistungsdesigns, die Abrechnungswege und die Zuverlässigkeit der Specialty-Pharmacy-Services.











