Politik & Markt

Ländliche Wähler: Nur 17 % sehen Kostenvorteil durch Trumps Gesundheitspolitik

Eine Umfrage von AP und KFF unter 2.241 ländlichen Wählern zeigt: Gesundheitskosten sind nach den Lebenshaltungskosten das zweitwichtigste Thema vor den Midterms.

By Dr. med. Alvar MollikPosted 1. Oktober 2026

Auf dem Land wächst die Unzufriedenheit mit den Gesundheitskosten: Nur 17 Prozent der befragten ländlichen Wähler sagen, die Gesundheitspolitik der Trump-Regierung habe ihre Kosten gesenkt; je 41 Prozent sehen keine Wirkung oder eine negative. Für Anbieter und Investoren in der ländlichen Versorgung ist das ein Hinweis darauf, wie wenig die Politik bisher bei den Menschen ankommt. Die Zahlen stammen aus einer englischsprachigen Erhebung, hier übersetzt.

Die Nachrichtenagentur Associated Press und die Kaiser Family Foundation (KFF), eine auf Gesundheitspolitik spezialisierte Stiftung, befragten vom 12. bis 24. August 2026 online und telefonisch 2.241 registrierte Wähler in ländlichen Regionen, auf Englisch und Spanisch. Die Fehlermarge beträgt plus/minus drei Prozentpunkte.

Kosten dominieren die Prioritäten: 69 Prozent nennen es „äußerst wichtig“, dass Kandidaten sich um die Lebenshaltungskosten kümmern; die Gesundheitskosten folgen mit 56 Prozent. Drei Viertel bewerten die Lebenshaltungskosten in ihrer Gegend nur als „mittelmäßig“ oder „schlecht“, ein Anstieg um 25 Prozentpunkte gegenüber 2017. Etwa die Hälfte der Befragten hält die Wirtschaft für schlechter als beim Amtsantritt Trumps. Zwei Drittel sorgen sich, sich medizinische Versorgung nicht leisten zu können. Mehr als die Hälfte (54 Prozent) missbilligt Trumps Umgang mit dem Gesundheitswesen.

Auffällig ist die Wahrnehmungslücke beim Rural Health Transformation Program, einem im vergangenen Jahr beschlossenen Programm über 50 Milliarden Dollar für die ländliche Gesundheitsversorgung: Mehr als 80 Prozent der Befragten haben davon wenig oder nichts gehört.

Medicaid, die staatliche Krankenversicherung für Menschen mit geringem Einkommen, halten 92 Prozent für lokal wichtig. Zugleich sagen 59 Prozent, sie wüssten nicht genug, um zu beurteilen, ob das Haushaltsgesetz „One Big Beautiful Bill“ künftige Medicaid-Ausgaben senkt.

Einordnung: Das 50-Milliarden-Dollar-Programm ist ein Markt für Telemedizin, Krankenhausnetzwerke und digitale Plattformen auf dem Land, hat aber beim Publikum noch keine spürbare Wirkung entfaltet. Wer dort verkauft, wird an der Kostenwirkung für Patientinnen und Patienten gemessen, nicht an der Förderzusage. Ob sich die Stimmung bis zu den Wahlen ändert, ist offen.

Dr. med. Alvar Mollik

Dr. med. Alvar Mollik

Medizin

Dr. med. Alvar Mollik ist HNO-Facharzt, Gründer von Mindful Doctor und Herausgeber des Buches „Mindful Doctor“. Bei MIDO Health schreibt er über Medizin, Versorgung und die Frage, wie Ärztinnen und Ärzte in einem sich wandelnden System gesund führen können.

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