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Eine Einheit pro Woche kann Blutdruckeffekt kurzfristig erhalten

Eine randomisierte Studie zeigt eine dosisabhängige Wirkung isometrischer Übungen bei Erwachsenen ohne Hypertonie.

By Dr. med. Alvar MollikPosted 29. Oktober 2026

Ein reduziertes isometrisches Training kann eine zuvor erreichte Blutdrucksenkung kurzfristig teilweise erhalten. In einer randomisierten Studie genügten nach einer vierwöchigen Aufbauphase ein bis zwei Einheiten pro Woche, um den systolischen Blutdruck weitere vier Wochen niedriger zu halten. Drei Einheiten pro Woche erzielten jedoch den deutlichsten Effekt.

Isometrische Übungen erzeugen Muskelspannung, ohne dass sich die Muskellänge wesentlich verändert. Beispiele sind Wandkniebeugen, Unterarmstütz oder Handgrifftraining. Die aktuelle Untersuchung prüfte nicht, ob eine einzelne wöchentliche Einheit den Blutdruck neu senkt, sondern ob weniger Training einen bereits aufgebauten Effekt bewahrt.

Das Forschungsteam randomisierte 100 körperlich wenig aktive Erwachsene in fünf Gruppen. Das Durchschnittsalter lag bei 37 Jahren, der systolische Ausgangsblutdruck zwischen 120 und 140 mmHg. Menschen mit diagnostizierter Hypertonie oder einer aktuellen beziehungsweise früheren Einnahme blutdrucksenkender Medikamente waren ausgeschlossen.

Vier Gruppen absolvierten zunächst vier Wochen lang dreimal pro Woche ein Heimtraining mit jeweils vier Wandkniebeugen, getrennt durch zweiminütige Sitzpausen. Die Intensität wurde individuell über Kniewinkel und Herzfrequenz gesteuert. Danach trainierten die Gruppen für weitere vier Wochen drei-, zwei- oder einmal wöchentlich oder setzten vollständig aus. Eine fünfte Gruppe diente ohne Training als Kontrolle.

Nach den ersten vier Wochen sank der systolische Blutdruck in den Trainingsgruppen gegenüber der Kontrolle im Mittel um 9,45 mmHg, der diastolische um 5,47 mmHg. Am Ende der achten Woche lagen die systolischen Werte in den Gruppen mit einer, zwei und drei Einheiten weiterhin signifikant unter der Kontrolle. Gegenüber dem Ausgangswert betrug die mittlere Senkung 6,56 mmHg bei einer Einheit, 6,95 mmHg bei zwei Einheiten und 13,73 mmHg bei drei Einheiten pro Woche.

Für den diastolischen Blutdruck bestand nach acht Wochen dagegen kein statistisch signifikanter Gruppenunterschied mehr. Wer das Training ganz beendete, verlor den Effekt weitgehend. Nur bei drei Einheiten blieben zudem sämtliche gemessenen Verbesserungen des Gefäßwiderstands, der Herzfrequenzvariabilität und des Baroreflexes erhalten. Unerwünschte Ereignisse wurden nicht beobachtet.

Die hohe Einhaltung des Protokolls stärkt die interne Aussagekraft. Die Übertragbarkeit bleibt aber begrenzt: Untersucht wurden vergleichsweise junge Erwachsene ohne behandlungsbedürftigen Bluthochdruck, und die Erhaltungsphase dauerte nur vier Wochen. Ob der Effekt über Monate anhält und bei älteren oder medikamentös behandelten Menschen ähnlich ausfällt, ist offen.

Einordnung

Das Ergebnis unterstützt flexible Bewegungsprogramme: In belasteten Phasen kann eine wöchentliche Einheit besser sein als ein vollständiger Abbruch. Für digitale Präventions- und Telemonitoring-Angebote liefert die Studie eine konkrete Dosislogik. Isometrisches Training ersetzt jedoch weder ärztliche Diagnostik noch eine verordnete Blutdrucktherapie.

Dr. med. Alvar Mollik

Dr. med. Alvar Mollik

Medizin

Dr. med. Alvar Mollik ist HNO-Facharzt, Gründer von Mindful Doctor und Herausgeber des Buches „Mindful Doctor“. Bei MIDO Health schreibt er über Medizin, Versorgung und die Frage, wie Ärztinnen und Ärzte in einem sich wandelnden System gesund führen können.

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