Der US-Konzern Merck hat sich die weltweiten Exklusivrechte an SPR2015 gesichert, einem oralen Hemmer der Krebsmutation KRAS G12D, entwickelt vom chinesischen Biotechnologieunternehmen SciBrunch Therapeutics. Merck zahlt 400 Millionen US-Dollar im Voraus; inklusive Meilensteinzahlungen aus Entwicklung und Vermarktung kann das Geschäft 2,13 Milliarden US-Dollar erreichen. Die Transaktion ist laut Mitteilung vom 28. September 2026 abgeschlossen.
SPR2015 wird als „Molecular Glue“ beschrieben, eine Substanz, die das Zielprotein über eine Art Klebeeffekt bindet und so hemmt. Es richtet sich gegen KRAS-G12D im aktiven („ON“) Zustand. Laut Unternehmen zeigt der Wirkstoff in Zelllinien mit G12D-Mutation Wirkung im nanomolaren Bereich, ohne gesunde Zellen mit normalem KRAS zu beeinträchtigen. Die Substanz ist präklinisch: Es gibt keine Daten aus Patientenstudien. Als mögliche Indikationen nennen die Partner Bauchspeicheldrüsen-, Darm- und Lungenkrebs sowie weitere solide Tumoren.
Merck, mit Sitz in Rahway, New Jersey, verbucht für das dritte Quartal 2026 eine Vorsteuerbelastung von 400 Millionen US-Dollar, etwa 0,13 US-Dollar je Aktie. SciBrunch, in Shanghai Ende 2024 gegründet, hat den Wirkstoff also in unter zwei Jahren bis zu einem Lizenzabschluss gebracht. Merck-Manager George Addona sagte, die Vereinbarung ergänze und diversifiziere die Pipeline präzisionsmedizinischer Kandidaten; SciBrunch-Chef Tao Hu verwies auf den ungedeckten medizinischen Bedarf.
Hohe Vorabsumme für frühe Forschung
Ungewöhnlich ist das Verhältnis von Risiko und Preis: 400 Millionen US-Dollar entsprechen rund 19 Prozent der Gesamtsumme und werden für ein Molekül gezahlt, das seine Sicherheit am Menschen noch nicht bewiesen hat. Mehr als vier Fünftel des Werts hängen an Meilensteinen und werden nur bei Erfolg fällig. Details zu Lizenzgebühren auf Umsätze nannten die Unternehmen in der Mitteilung nicht.
Einordnung: KRAS-Mutationen gelten lange als schwer behandelbar, und G12D ist bei Bauchspeicheldrüsenkrebs besonders häufig. Dass ein Großkonzern früh und mit hoher Anzahlung bei einem chinesischen Start-up einsteigt, bestätigt den Trend, dass präklinische Wirkstoffe aus China zu einer festen Quelle westlicher Pipelines werden. Ob SPR2015 den Preis rechtfertigt, entscheiden erst die ersten klinischen Daten.











