UnitedHealthcare und TeamHealth haben ihren seit Oktober 2021 laufenden Rechtsstreit beigelegt. Der Versicherer hatte dem Personaldienstleister für Notfallmediziner vorgeworfen, Leistungen systematisch zu hoch abgerechnet zu haben, und Forderungen von rund 100 Millionen US-Dollar geltend gemacht. Die Klage in Tennessee wurde Ende September 2026 nach einem Vergleich zu den Akten gelegt. Die Bedingungen sind vertraulich, jede Seite trägt ihre eigenen Kosten.
UnitedHealthcare warf TeamHealth sogenanntes Upcoding vor: Leistungen werden dabei mit einem höher vergüteten Code abgerechnet, als es die Dokumentation rechtfertigt. TeamHealth verwaltet Abrechnung und Kodierung für die Ärztegruppen, die es mit Personal versorgt. Nach Darstellung des Versicherers wurden falsche Forderungen eingereicht und die Erlöse behalten. Die Vorwürfe wurden durch den Vergleich nicht gerichtlich geklärt.
TeamHealth-Chef Leif Murphy hatte die Vorwürfe bei Klageerhebung zurückgewiesen. Gerichte hätten solche Ansprüche in anderen Verfahren wiederholt abgewiesen (aus dem Englischen übersetzt). Er sah in der Klage ein Ablenkungsmanöver von einem parallelen Streit: In Nevada hatte eine Jury den Versicherer verurteilt, 60 Millionen Dollar zu zahlen, weil er Notfallärzte erheblich unterbezahlt habe. Dieses Verfahren ist nicht Teil des jetzt beigelegten Falls.
Folgen für den Markt
Der Fall steht für einen Konflikt, der die US-Notfallversorgung seit Jahren prägt: Versicherer streiten mit Ärztedienstleistern über Abrechnungsniveau und Vergütung. Beide Seiten ziehen Daten heran, um ihre Position zu belegen. Für Anbieter von Kodierungssoftware, Dokumentationsassistenz und Revisionswerkzeugen könnte das ein Markt sein: Je stärker Kostenträger Abrechnungen prüfen, desto größer dürfte die Nachfrage nach nachvollziehbarer Dokumentation werden; das ist eine Einschätzung, keine Zusage der Beteiligten.
Einordnung: Weil die Bedingungen geheim bleiben, bleibt unklar, wer sich durchgesetzt hat; die Vorwürfe sind unbewiesen geblieben. Der Streit zeigt aber, dass die Abrechnung selbst zum Geschäftsrisiko wird, nicht nur die Behandlung. Klinikmanager und Anbieter sollten Kodierung und Dokumentation als Compliance-Thema verstehen.











