Ab dem 1. Oktober 2026 verlieren viele Menschen mit legalem Aufenthaltsstatus in den USA ihre Medicaid-Absicherung, das staatlich-bundesstaatliche Programm für Menschen mit niedrigem Einkommen oder Behinderung. Nach Daten von neun Bundesstaaten und dem District of Columbia sind mehr als 281.000 Personen betroffen. Die Wirkung des 2025 verabschiedeten Gesetzes One Big Beautiful Bill Act (H.R.1) könnte damit größer ausfallen als angenommen (aus dem Englischen übersetzt).
Betroffen sind unter anderem Kriegsflüchtlinge, Asylberechtigte, Opfer von Menschenhandel und afghanische Dolmetscher von US-Truppen. Ausgenommen bleiben Inhaber einer Green Card, Menschen unter 19 Jahren sowie Zugewanderte aus Kuba, Haiti und bestimmten pazifischen Inselstaaten. Das Gesetz soll die Medicaid-Ausgaben bis 2034 um mehr als 900 Milliarden US-Dollar senken.
Die Zahlen aus den Bundesstaaten
Florida meldet knapp 177.000 Personen, die nicht mehr anspruchsberechtigt sind; die Behörde hat den Status über Regierungsdatenbanken geprüft und Betroffene angeschrieben, damit sie Nachweise einreichen können. Kalifornien rechnet mit rund 148.000 Betroffenen, North Carolina mit etwa 29.000, Arizona mit knapp 28.000, New Jersey mit 15.000 bis 25.000 und der Bundesstaat Washington mit 11.000. Endgültige Zahlen zu tatsächlichen Kündigungen liegen erst im Herbst vor.
Das Congressional Budget Office, die unabhängige Haushaltsbehörde des Kongresses, schätzt, dass durch die Änderung bis 2034 rund 100.000 Menschen mehr unversichert sein werden. Ab Januar kommen weitere Einschnitte: Etwa eine Million Menschen verliert laut Schätzung bis 2034 den Zugang zu Zuschüssen auf den ACA-Marktplätzen, rund 100.000 den Zugang zu Medicare.
Länder springen teilweise ein
Kalifornien finanziert nach Angaben seiner Gesundheitsbehörde mit 365 Millionen US-Dollar ein separates Programm, das Betroffene bis Juli 2027 abdeckt. Auch New York und Pennsylvania haben staatlich finanzierte Programme für viele der Betroffenen. Ohne Versicherung bleibt nur Emergency Medicaid für Notfälle. Hilfsorganisationen berichten, dass einige Bundesstaaten die Pflichtbenachrichtigungen erst im September verschickt haben, sodass wenig Zeit für Einsprüche bleibt.
Einordnung
Für Kliniken und Community Health Centers dürfte der Anteil unversicherter Patientinnen und Patienten steigen, ebenso die Zahl unbezahlter Behandlungen. Für Health-Tech-Anbieter entsteht Nachfrage nach Lösungen für Statusprüfung, Nachweiserfassung und mehrsprachige Patientenkommunikation; ob Bundesstaaten dafür Budgets bereitstellen, bleibt offen, ebenso die Dauer der Landesprogramme.











