Cellbox Solutions hat seine Series-A-Finanzierung mit einem Gesamtvolumen von fünf Millionen Euro abgeschlossen. Das 2017 gegründete Unternehmen will damit den internationalen Vertrieb seiner mobilen Inkubatoren ausbauen und wiederkehrende Logistikdienste für lebende Zellen, Gewebe und Organoide entwickeln.
Auf ein erstes Closing über rund 3,5 Millionen Euro im März 2026 folgen nun weitere etwa 1,5 Millionen Euro. Neu hinzugekommen sind nach Unternehmensangaben Mitglieder der Baltic Business Angels Invest GmbH, ein kanadisches Family Office und ein nicht genannter Investor mit Erfahrung in der Pharmalogistik. Auch NRW.BANK und Fraunhofer Venture beteiligten sich erneut; Companisto hatte die erste Tranche angeführt. Angaben zur Bewertung und zu den Beteiligungsquoten machte Cellbox Solutions nicht.
Gegründet wurde das Unternehmen von Prof. Dr. Kathrin Adlkofer, die es als CEO führt. Dr. Bernd Mühlenweg verantwortet als Chief Business Officer und Finanzchef die kommerzielle Entwicklung. Der rechtliche Sitz befindet sich inzwischen in Köln; weitere Standorte bestehen in Hamburg und über die US-Tochter in Rockville, Maryland.
Technologischer Kern sind die Produktfamilien Cellbox Go und Cellbox Shipper. Die mobilen Kohlendioxid-Inkubatoren halten während Boden- oder Lufttransporten eine einstellbare Temperatur und CO₂-Konzentration. Diese sogenannte Warm-Chain-Logistik ist für biologische Materialien gedacht, die nicht eingefroren werden können oder bei denen Kryokonservierung die spätere Nutzung beeinträchtigen könnte. Beim für Flugtransporte ausgelegten Shipper Flight nennt der Hersteller beispielsweise einen Temperaturbereich von 28 bis 38 Grad Celsius bei 23 Grad Umgebungstemperatur und eine garantierte Akkulaufzeit von 48 Stunden bei 37 Grad Celsius unter den angegebenen Standardbedingungen.
Nach Angaben von Cellbox Solutions befinden sich mehr als 400 Systeme im Markt. Sie werden in Forschung, klinischen Anwendungen und Zelltherapie eingesetzt. Das Unternehmen verweist zudem auf Drug Master Files, also regulatorische Dossiers mit Herstellungs- und Qualitätsinformationen, für die Produktfamilie. Solche Unterlagen können Zulassungsverfahren unterstützen, sind aber keine pauschale Genehmigung für medizinische Anwendungen.
Mit dem Kapital soll aus dem Gerätegeschäft ein breiteres Serviceangebot entstehen. Geplant sind Mietmodelle, Überwachung von Transportbedingungen, Flottenmanagement und die Koordination einzelner Sendungen. Strategische Partnerschaften mit Logistikdienstleistern sollen die Reichweite in Europa, Asien und Nordamerika erhöhen. Konkrete neue Partner, Umsatzdaten oder Zielwerte für den Anteil wiederkehrender Erlöse nannte das Unternehmen nicht.
Einordnung: In der Zell- und Gentherapie wird der Transport zum Teil des Herstellungsprozesses, weil Abweichungen die Qualität empfindlicher Materialien beeinflussen können. Für Cellbox Solutions liegt die wirtschaftliche Chance deshalb weniger im einmaligen Geräteverkauf als in validierten, wiederholbaren Transportabläufen; ob daraus ein skalierbares Servicemodell entsteht, muss die nächste Wachstumsphase zeigen.











