SCAN Health Plan expandiert nach Oregon und kooperiert dafür mit dem Senior-Living-Anbieter The Springs Living. Die Partnerschaft umfasst zunächst Clackamas und Washington County im Großraum Portland; co-gebrandete Medicare-Advantage-Angebote sollen ab 1. Januar 2027 verfügbar sein.
Nach Angaben beider Unternehmen soll das Modell medizinische Versorgung enger mit den Unterstützungsleistungen in Senior-Living-Einrichtungen verbinden. Ziel ist, dass Bewohnerinnen und Bewohner weniger zwischen Versicherer, Ärzten, Pflege- und Betreuungsteams koordinieren müssen. Welche konkreten Leistungen, Prämien und Versicherungsstrukturen die neuen Produkte enthalten werden, wurde bislang nicht veröffentlicht. Hintergrund sind noch laufende regulatorische Prüfungen.
SCAN bringt nach eigenen Angaben knapp 50 Jahre Erfahrung in der Versorgung älterer Menschen mit. Der gemeinnützige Versicherer bietet Medicare-Advantage-Pläne bereits in mehreren US-Bundesstaaten an und versorgt derzeit rund 460.000 Mitglieder. Medicare Advantage ist eine privat organisierte Alternative zum staatlichen Medicare-Programm, bei der Versicherer medizinische Leistungen in einem integrierten Plan bündeln.
Für die Kooperation ist vor allem SCANs Erfahrung mit sogenannten Institutional Special Needs Plans relevant. Diese Medicare-Advantage-Pläne richten sich an Menschen, die ein institutionelles Versorgungsniveau benötigen und in qualifizierten Einrichtungen oder vergleichbaren Wohnformen leben. SCAN betreibt nach eigenen Angaben den größten I-SNP in Kalifornien und Arizona.
The Springs Living wurde 1996 gegründet und betreibt Senior-Living-Standorte in Oregon, Washington und Montana. Das Angebot umfasst unabhängiges Wohnen, betreutes Wohnen und Memory Care. Die neue Zusammenarbeit soll zunächst mehr als 1.500 Wohnplätze im Raum Portland erreichen, wie Branchenmedien berichten.
Strategisch geht es damit um mehr als eine regionale Expansion. SCAN testet ein Modell, bei dem Versicherungsprodukt, Versorgung und Wohnumfeld stärker zusammengeführt werden. Ähnliche co-gebrandete Medicare-Advantage-Partnerschaften hat das Unternehmen zuletzt auch mit Walmart und Costco angekündigt.
Einordnung: Für den Markt ist entscheidend, ob ein solcher Ansatz tatsächlich vermeidbare Notaufnahmen reduziert und die Koordination für Bewohner und Personal verbessert. Noch fehlen jedoch Angaben zu Leistungsumfang, Kosten und regulatorischer Zulassung. Erst diese Details werden zeigen, ob das Modell über einzelne Senior-Living-Standorte hinaus skalierbar ist.











