CompactGreens hat nach seinem Auftritt bei „Die Höhle der Löwen“ keinen Vertrag mit Dagmar Wöhrl geschlossen. Das Startup aus Baiersdorf bei Erlangen finanziert die weitere Entwicklung seiner automatisierten Pflanzenwand stattdessen mit Business Angels aus dem regionalen Umfeld und sucht zusätzliche Investoren. Die Höhe dieser Finanzierung nennt das Unternehmen nicht.
TV-Zusage scheitert nach der Prüfung
Die fünf Gründer Jonas Frank, Niklas Gabriel, Nick Werneck, Max Lauterbach und Simon Zitzmann verlangten in der Sendung 180.000 Euro für 15 Prozent der Anteile. Daraus ergab sich eine Bewertung von 1,2 Millionen Euro. Dagmar Wöhrl und Carsten Maschmeyer akzeptierten die Forderung jeweils ohne Nachverhandlung; das Team entschied sich für Wöhrl.
Nach der Aufzeichnung begann die Due Diligence, also die wirtschaftliche, rechtliche und technische Prüfung vor einem Beteiligungsvertrag. Rund ein halbes Jahr später wurde der Abschluss verworfen. Beide Seiten begründeten dies mit unterschiedlichen Vorstellungen über die strategische Entwicklung. Die genaue Konfliktlinie und mögliche Konditionen nach der Prüfung wurden nicht veröffentlicht.
Produkt zwischen Indoor Farming und Konsumgütermarkt
CompactGreens entwickelt eine modulare Pflanzenwand für Innenräume. Ein Wassertank, dimmbare Pflanzenleuchten und eine App steuern Bewässerung und Beleuchtung. Das Unternehmen liefert vorgezogene, erdlose Setzlinge und bietet mehr als 35 Pflanzenarten an. Damit verbindet das Produkt Elemente des Indoor Farmings mit einem direkt an private Haushalte gerichteten Konsumgerät.
Die kleinste Variante Oasis bietet zwölf Pflanzenplätze. Sie kostet regulär 249 Euro; bis 1. Oktober 2026 gilt für Vorbestellungen ein Preis von 211,65 Euro. Das Modell Garden mit 18 Plätzen kostet regulär 299 Euro und während der Aktion 254,15 Euro. Beide Preise enthalten Mehrwertsteuer. Als Versandziel nennt CompactGreens Weihnachten 2026, spätestens jedoch Ende Januar 2027.
Die Marge bleibt der operative Test
Zum Zeitpunkt der Aufzeichnung hatte das Unternehmen noch keinen Umsatz und gab eine Marge von 20 Prozent an. Inzwischen beziffert das Team sie mit 25 bis 30 Prozent. Einzelne Bauteile entstehen weiterhin im 3D-Druck; eine skalierte Fertigung soll die Stückkosten weiter senken. Seit Anfang 2026 wurden nach Unternehmensangaben erste Kleinserien ausgeliefert.
Für Investoren ist deshalb weniger die Aufmerksamkeit aus der Fernsehsendung entscheidend als die Frage, ob Vorbestellungen zuverlässig produziert werden können und die Marge bei steigenden Stückzahlen tatsächlich wächst. Hinzu kommen laufende Anforderungen an Hardware, App, Verbrauchsmaterialien und Kundenservice.
Einordnung
CompactGreens ist kein klassisches Digital-Health-Unternehmen, berührt den Gesundheitsmarkt aber über Ernährung, urbane Versorgung und automatisiertes Indoor Farming. Der geplatzte TV-Deal ist kein Scheitern des Produkts; er verschiebt den Nachweis jedoch in den Markt: Lieferfähigkeit, Wiederkäufe bei Setzlingen und belastbare Stückkosten müssen nun zeigen, ob aus dem Schulprojekt ein skalierbares Unternehmen wird.











