Die durchschnittliche Monatsprämie für Medicare Advantage soll 2027 um 16,5 Prozent sinken: von 14,37 auf 12 Dollar. Das prognostiziert die US-Gesundheitsbehörde Centers for Medicare & Medicaid Services (CMS) auf Basis der Angebote der Versicherer. Auch für Pläne mit integrierter Arzneimittelversorgung erwartet sie niedrigere Prämien. Die Zahlen beschreiben den US-Markt und sind zunächst Projektionen, keine bereits gezahlten Preise.
Medicare Advantage ist die privatwirtschaftlich organisierte Alternative zur klassischen staatlichen Medicare-Versorgung für ältere und bestimmte behinderte Menschen in den USA. Die veröffentlichten 12 Dollar sind ein gewichteter Durchschnitt über unterschiedliche Pläne, darunter Angebote für Menschen mit besonderen Versorgungsbedürfnissen. Für einzelne Versicherte kann die Prämie deutlich abweichen. Ebenso wichtig sind Eigenanteile, Medikamentenkosten, das Netz teilnehmender Ärzte und die konkreten Leistungen.
Für Medicare-Advantage-Pläne mit Arzneimittelschutz beziffert CMS die durchschnittliche monatliche Prämie für diesen Teil nach Verrechnung der Rückvergütungen auf 7 Dollar. 2026 waren es 11,32 Dollar, ein Rückgang um rund 38 Prozent. Bei eigenständigen Part-D-Arzneimittelplänen erwartet die Behörde dagegen einen leichten Anstieg von 35,09 auf 36 Dollar monatlich. Zusatzleistungen etwa für Hörversorgung, Zahnbehandlung und Sehhilfen sollen nach ihrer Einschätzung im Durchschnitt stabil bleiben.
CMS rechnet für 2027 mit 34 Millionen Menschen in Medicare Advantage, etwa 47,4 Prozent aller Medicare-Berechtigten. Die Zahl verfügbarer Pläne soll landesweit von 5.553 auf ungefähr 5.532 zurückgehen. Mehr als 99 Prozent der Berechtigten sollen weiterhin Zugang zu mindestens einem solchen Plan haben; 97 Prozent sollen zwischen zehn oder mehr wählen können. Diese landesweiten Werte sagen wenig über die Auswahl in einer einzelnen Region aus.
Für Versicherer sind die Zahlen ein Hinweis auf intensiven Preiswettbewerb vor der nächsten Einschreibung. Für Arztpraxen und Kliniken bleibt entscheidend, welche konkreten Verträge und Versorgungsnetze die Pläne vor Ort anbieten. CMS veröffentlicht die Plandaten vor der offenen Einschreibung vom 15. Oktober bis 7. Dezember 2026. Versicherte können ihre Optionen dann über den Medicare Plan Finder auf Medicare.gov vergleichen.
Einordnung: Sinkende Durchschnittsprämien bedeuten nicht automatisch sinkende Gesamtkosten oder besseren Zugang zur Versorgung. Erst die Details der regionalen Pläne zeigen, welche Folgen die Preisentwicklung für Patienten und Leistungserbringer hat.











