Elevance Health führt neue Abrechnungsregeln ein, die genauer erfassen sollen, wo eine medizinische Leistung tatsächlich erbracht wurde. Ziel ist, Leistungen an ausgelagerten oder externen Standorten nicht automatisch zum höheren Krankenhauspreis zu vergüten.
Die Regeln gelten für kommerzielle Versicherungsprodukte, Medicare Advantage und Medicaid und werden schrittweise 2026 und 2027 eingeführt. Krankenhäuser sollen künftig die physische Adresse des Behandlungsorts auf der Abrechnung angeben. Elevance will diese Angaben mit bekannten Krankenhausstandorten abgleichen und bestimmte Leistungen an Off-Campus-Standorten zum jeweils passenden Satz vergüten.
Ein weiterer Bestandteil betrifft Labortests. Bestimmte Untersuchungen, die nicht im Krankenhaus selbst durchgeführt wurden, sollen nicht mehr ohne Weiteres mit einer höheren Krankenhausvergütung abgerechnet werden können. Nach Angaben des Unternehmens reagiert Elevance damit auf Fälle, in denen identische Leistungen außerhalb eines Hauptcampus deutlich teurer abgerechnet wurden.
Der Versicherer begründet den Schritt mit wachsendem Kostendruck und mangelnder Transparenz bei sogenannten Site-of-Care-Abrechnungen. Damit ist die Frage gemeint, welchen Preis ein Versicherer für dieselbe Leistung abhängig vom Ort der Behandlung zahlt. Gerade bei ambulanten Leistungen können Unterschiede zwischen Krankenhausstandorten und unabhängigen Einrichtungen erheblich sein.
Elevance ist nach eigenen Angaben der erste große kommerzielle US-Versicherer, der öffentlich angekündigt hat, die genaue physische Adresse auf Krankenhausabrechnungen systematisch einzufordern und die Vergütung daran anzupassen. Die Maßnahmen passen zu einer breiteren politischen Debatte in den USA über sogenannte Facility Fees und standortabhängige Vergütung.
Einordnung: Die neue Regelung ist weniger eine Digital-Health-Innovation als ein Eingriff in die ökonomische Infrastruktur der Versorgung. Für Krankenhäuser steigt der Druck, Leistungsort und Abrechnung sauber zu trennen; für Versicherte und Arbeitgeber könnte mehr Transparenz die Kosten bestimmter ambulanter Leistungen senken.











