Eko Health hat in den USA das CORE 300 auf den Markt gebracht, ein Stethoskop mit umschaltbarem analogem und digitalem Modus. Das im Juli 2026 von der US-Arzneimittelbehörde FDA im 510(k)-Verfahren freigegebene Gerät ist für Kinder und Erwachsene vorgesehen; die KI-Auswertung struktureller Herzgeräusche erfolgt über die Eko-App.
Der analoge Modus funktioniert ohne Akku und App. Durch Drehen des Bruststücks wechseln Anwender in den digitalen Betrieb mit bis zu 35-facher Verstärkung, aktiver Geräuschunterdrückung und Filtern für Herz-, Lungen- oder allgemeine Körpergeräusche. Ein Display zeigt die aus den Herztönen berechnete Herzfrequenz. Die Akkulaufzeit gibt Eko mit bis zu 120 Stunden an.
Aufzeichnungen lassen sich in der App visualisieren, speichern und teilen. Für die KI-gestützte Erkennung möglicher struktureller Herzgeräusche ist jedoch das kostenpflichtige Abonnement Eko+ nötig. Nach einer 14-tägigen Testphase kostet es in den USA 119,99 Dollar pro Jahr. Das CORE 300 wird derzeit zum Einführungspreis von 199 Dollar statt 249 Dollar angeboten. Die KI-Funktionen sind laut Eko ausschließlich für medizinisches Fachpersonal bestimmt und liefern einen Hinweis, keine Diagnose.
Regulatorisch sind zwei Ebenen zu trennen: Die FDA stufte das CORE 300 als im Wesentlichen gleichwertig zu bereits vermarkteten elektronischen Stethoskopen ein. Die mit der App verbundene Software zur Erkennung struktureller Herzgeräusche besitzt eine eigene FDA-Freigabe. Das ist keine Garantie für einen Versorgungsnutzen im Alltag.
Die klinische Evidenz ist gemischt. Eine externe Untersuchung der früheren Eko Murmur Analysis Software im International Journal of Cardiology verglich die Ergebnisse mit Echokardiografien. Für Herzklappenerkrankungen ermittelte sie eine Sensitivität von 39,3 Prozent und eine Spezifität von 82,3 Prozent. Die Autoren bewerteten die Sensitivität als begrenzt und je nach Erkrankung unterschiedlich. Diese Daten betreffen eine frühere Softwaregeneration und nicht spezifisch das CORE 300, zeigen aber, warum unabhängige Prüfungen der jeweils eingesetzten Kombination aus Hardware und Algorithmus nötig sind.
Für Hausarztpraxen, Notaufnahmen, Rettungsdienste und ländliche Einrichtungen liegt der Nutzen zunächst in der verstärkten Auskultation, Dokumentation und einfachen Weitergabe von Aufnahmen. Der analoge Rückfallmodus senkt zugleich das Risiko, dass ein leerer Akku den Routineeinsatz verhindert. International soll das Gerät nach dem US-Start zunächst in Kanada, Großbritannien und ausgewählten europäischen Märkten erscheinen; Termine und Preise für Deutschland nennt Eko bislang nicht.
Einordnung: Das CORE 300 macht digitale Auskultation preislich zugänglicher, bindet die diagnostische KI aber an ein laufendes Abonnement. Für Kaufentscheidungen sollten Einrichtungen deshalb nicht nur den Gerätepreis, sondern auch Folgekosten, Datenschutz, Arbeitsabläufe und die unabhängige Evidenz der aktuell verwendeten Softwareversion bewerten.











