Die österreichische App Move2pay hat nach ihrem Auftritt bei „Die Höhle der Löwen“ keinen Investor gewonnen. Frank Thelen hatte in der Sendung 350.000 Euro für 20 Prozent zugesagt; nach der Aufzeichnung scheiterte die Beteiligung an unterschiedlichen Vorstellungen über die strategische Entwicklung.
Hinter Move2pay steht die SVAX GmbH aus Lustenau. Gegründet wurde das Unternehmen von Mia und Karim Allouche. Die kostenlose App verbindet sich mit Apple Health, Health Connect sowie Diensten von Garmin, Fitbit, Oura, Polar und weiteren Anbietern. Schritte und Trainingseinheiten werden in ein internes Guthaben umgerechnet.
Dieses Guthaben ist weder Geld noch auszahlbar. Nutzer können damit je nach Angebot 30 bis 50 Prozent eines Einkaufs bei Partnermarken begleichen; den Rest zahlen sie regulär. Move2pay erhebt pro Bestellung zehn Prozent Servicegebühr auf den nach Guthabenabzug verbleibenden Warenwert, höchstens 6,90 Euro. Damit ist das Produkt wirtschaftlich vor allem ein provisions- und gebührenfinanzierter Shopping-Marktplatz mit Aktivitätsanreiz.
Zum Zeitpunkt der TV-Aufzeichnung nannte das Unternehmen knapp 30.000 Nutzer und 142.000 Euro Umsatz aus Servicegebühren innerhalb von sechs Monaten. Rund um die Ausstrahlung am 19. Oktober 2026 meldete die regionale Wirtschaftsförderung 85.000 Downloads und 80 Shop-Partner. Die aktuelle Unternehmensseite spricht von mehr als 50 Marken. Die unterschiedlichen Kennzahlen lassen sich nicht unmittelbar vergleichen: Ein Download ist kein aktiver Nutzer, und verfügbare Marken können sich ändern.
Für den Gesundheitsmarkt ist der Mechanismus grundsätzlich interessant. Eine 2025 veröffentlichte Metaanalyse von 29 Studien mit 9.604 Teilnehmenden kam zu dem Ergebnis, dass finanzielle Anreize körperliche Aktivität kurzfristig erhöhen können; im Mittel war der Zuwachs bei Schritten klinisch relevant. Für langfristige Effekte nach Ende eines Anreizes blieb die Evidenz begrenzt. Move2pay hat bislang keine öffentlich dokumentierte klinische Wirksamkeitsstudie vorgelegt.
Relevant ist außerdem der Umgang mit Aktivitätsdaten. Das Unternehmen erklärt, diese verschlüsselt zu übertragen und nicht an Shop-Partner weiterzugeben. Im Google-Play-Datenblatt ist zugleich angegeben, dass Gesundheits-, Fitness- und Finanzdaten sowie weitere Datentypen an Dritte weitergegeben werden können. Nutzer sollten daher die konkrete Datenschutzerklärung und die aktivierten Verbindungen prüfen.
Service: Die App ist für iOS und Android kostenlos verfügbar und verlangt kein Abonnement. Eine Smartwatch ist nicht erforderlich. Guthaben kann nur innerhalb des Marktplatzes eingesetzt werden.
Einordnung
Move2pay verbindet ein bekanntes Bonusmodell mit digitalen Aktivitätsdaten. Der geplatzte Deal ändert nichts an der Traktion, macht aber die offene Frage deutlicher: Ob aus zusätzlichem Konsum dauerhaft mehr Bewegung entsteht, muss das Unternehmen noch belastbar belegen.











